Karin Kahlhofer

Karin Kahlhofers Kunst ist nicht leicht einzuordnen. In Abhängigkeit von dem, was er darüber weiß, wird der Betrachter zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen können. Da ist zunächst der flüchtige Ausstellungsbesucher: Er kennt lediglich eine handvoll neuerer Arbeiten und will sie schnell zuordnen. Und das Resultat, das er erzielt, ist nicht falsch. Wenn er von Karin Kahlhofers Geschichte nichts weiß, sieht er expressive Malerei – sogar die Arbeiten auf Papier wird er hier subsumieren können. Ihm erschließen sich Landschaften in unterschiedlichem Abstraktionsgrad, überlagert und verunklärt durch eine wilde, subjektive Farbigkeit und einen manchmal extrem expressiven Duktus, aber deutlich erkennbar Landschaften. Verstärkt wird dieser Eindruck durch Elemente des Gegenständlichen: Boote, Figuren, Dreiecke, die die Gestalt von Bergen annehmen – all das fordert den Betrachter heraus, nach Gesichten in den Bildern zu suchen. Und er wird auch Geschichten finden.

 

Karin Kahlhofer ist zu unserem großen Bedauern im Mai 2017 verstorben. Ihre Kunst wird bleiben, ihre Werke können über uns vermittelt werden.

Wer Karin Kahlhofer arbeiten sieht, wird ihre Bilder anders lesen. Auch wenn, vor allem in den jüngeren Arbeiten, Räume entstehen, Landschaften bevölkert werden, so ist dass zwar ein Ergebnis der Arbeit, aber nicht das Ergebnis eines Plans. Karin Kahlhofers Arbeitsweise ist eher die des Informel. Am Anfang steht oft genug nur die Vorstellung einer bestimmten Farbigkeit. Das Bild wächst dann schrittweise aus dem ersten Farbklecks, aus einem ersten Pinselstrich. Das, was ist, führt die Künstlerin weiter. Es wird nicht das abgebildet, was von vornherein im Kopf ist, das Bild entsteht im Prozess, im Dialog zwischen dem, was schon ist, und den sich daraus ergebenden Reaktionen der Künstlerin. Das Bild ist nicht fertig, wenn ein gedachtes Ziel erreicht ist, es ist fertig, wenn Karin Kahlhofer eine sie befriedigende Antwort auf die Vorgaben von Leinwand oder Papier gefunden hat.

 

Wer Karin Kahlhofers Arbeiten über einen längeren Zeitraum beobachtet hat, dem drängt sich ein dritter Zugang auf. Natürlich wird dieser Betrachter vergleiche, Veränderungen erkennen. Und er wird ein Oszillieren zwischen eher abstrakten und eher gegenständlichen Positionen beobachten. Stärker noch wir ihm ein in allen Abweichungen konsequent durchgehaltenes “Bildprogramm” auffallen. Er wird erkennen, dass Karin Kahlhofer bestimmte gegenständliche Elemente immer und immer wieder verwendet. Es sind nur ganz wenige: Menschliche Figuren in einer ganz bestimmten Reduziertheit – stehend, sitzend, liegend, Boote mit und ohne Menschen, Dreiecke und ganz sporadisch auch Quadrate.

 

Dieses Bildprogramm wird unendlich variiert und ist doch äußerst beschränkt. Bei aller malerischen Aufführung im einzelnen muss sich dem Betrachter der Begriff  “Zeichen” aufdrängen. Karin Kahlhofer verfügt über einen eigenen Code von Zeichen, dessen Bestand in seinem Kern seit Jahren unverändert ist. Er wird dem jeweiligen Zustand ihrer Malerei angepasst, aber in seiner Wirkung ist er manchmal einer Signatur näher, als einem Bildinhalt. Am deutlichsten wird das in den Skulpturen …

 

Aus: Karin Kahlhofer, Malereien und Zeichnungen 1999–2002. Einführung von Dr. Gert Fischer.

 

Karin Kahlhofer wurde 1943 in Dortmund geboren. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Düsseldorf bei den Professoren Gerhard Hoehme, Karl Otto Götz und Josef Beuys. Sie ist Meisterschülerin von Josef Beuys. Zahlreiche Ausstellungen, Projektarbeiten und Publikationen im In- und Ausland sind ihre überzeugendste Referenz.

 

Die karge Gegenständlichkeit Kahlhofers – es tauchen umrisshaft gefasste Boote und Menschenformen auf – vollzieht sich in irrealen Räumen. „Sie überwältigen einen, schaffen zuerst Verunsicherung. Dann stellen sich andere Empfindungen ein als in klar definierten Räumen. (Klaus Honnef)

 

Suggestiv wirken diese Räume, die aus Nebel und gleißendem Licht, Luft oder Wasser geschöpft zu sein scheinen und doch laut Honnef „keine Referenz zu sichtbaren Welt“ aufweisen.

 

Aus den Tiefenschichten kontemplativen Schauens filtert Karin Kahlhofer Bild gewordene Einsichten über Sein und Welt. Form- und Farbformulierungen zeugen dabei von disziplinierter Handwerklichkeit und gleichzeitig offenbaren große Pinselschwünge spontane Malweise. (Hildegard Ginzler)

 

 

 

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